AO Trauma Kurs macht OTA-Auszubildende fit für die Frakturversorgung
Theorie verstehen, chirurgische Techniken selbst anwenden und von erfahrenen Expertinnen und Experten lernen: Ende Juli nahmen mehr als 30 Auszubildende der OTA-Schule im zweiten und dritten Ausbildungsjahr am zweitägigen AO Trauma Kurs in der UMM Akademie teil. Das praxisnahe Fortbildungsformat vermittelt die Grundlagen der modernen Frakturversorgung und bietet den angehenden Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten die Möglichkeit, theoretisches Wissen direkt in die Praxis umzusetzen.
Gruppenfoto der Dozenten und der Teilnehmenden
Organisiert wird der Kurs von AO Trauma Deutschland gemeinsam mit Lena Müller, stv. Leiterin der Berufsfachschule OTA/ATA in Mannheim. Ziel ist es, den Auszubildenden ein fundiertes Verständnis für die Prinzipien der Frakturbehandlung zu vermitteln und sie bestmöglich auf ihren späteren Einsatz im Operationssaal vorzubereiten.
Im Mittelpunkt stehen die AO-Prinzipien der Frakturversorgung. In Fachvorträgen, Gruppendiskussionen und praxisnahen Hands-on-Übungen an künstlichen Knochen beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit der Frakturheilung, verschiedenen Stabilitätskonzepten, der Knochenbiologie sowie dem Umgang mit Weichteilverletzungen. Die Kombination aus Theorie und praktischer Anwendung ermöglicht es den Auszubildenden, die vermittelten Inhalte unmittelbar nachzuvollziehen und selbst auszuprobieren.
„Der Sinn des Kurses ist, dass wir an zwei Tagen die Grundlagen der unfallchirurgischen Techniken für Schülerinnen und Schüler vermitteln wollen. Das machen wir einerseits theoretisch über Vorträge, andererseits über praktische Hands-on-Übungen an Kunstknochen“, erklärt Prof. Peter Strohm, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Bamberg und wissenschaftlicher Leiter des AO Trauma Kurses. „Dort können die Auszubildenden erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man selbst operiert. Damit sollen sie in kurzen und kompakten Einheiten die wichtigsten Grundlagen der Unfallchirurgie und die Osteosynthese-Techniken verstehen und auch die möglichen Herausforderungen kennenlernen.“
Gerade diese Verbindung von Theorie und Praxis macht den Kurs für die angehenden OTAs besonders wertvoll. Sie erhalten nicht nur fundiertes Fachwissen, sondern gewinnen auch ein tieferes Verständnis für die operativen Abläufe und die Herausforderungen der Unfallchirurgie. Dadurch entwickeln sie mehr Sicherheit für ihren späteren Berufsalltag im OP und können die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team noch besser nachvollziehen.
Beim praktischen Teil durften die Auszubildenden selbst Hand anlegen
Der zweitägige Kurs fand in den Räumen der OTA/ATA-Schule an der Akademie statt
Die Kursteilnehmenden bearbeiteten den Kunststoffknochen auch mit Bohrern
Der Kurs soll das Verständnis zwischen OP-Pflegekräften und Chirurg:innen stärken
Auch die Auszubildenden selbst zeigen sich von dem Kurs begeistert. „Es gefällt mir richtig gut, weil wir die verschiedenen Techniken selbst ausprobieren können. Erst bekommen wir einen theoretischen Einblick und dann dürfen wir selbst Hand anlegen. Das ist super, um das Verständnis für die Praxis zu entwickeln“, sagt Clara, Auszubildende der OTA-Schule Mannheim.
Ihr Mitschüler Nicola hebt insbesondere den Perspektivwechsel hervor: „Es ist ein sehr gutes Format. Wir bekommen theoretisches Wissen ganz konkret vermittelt und können das Gelernte direkt praktisch umsetzen. Als OTAs reichen wir im Alltag normalerweise die Instrumente an, setzen aber selbst keine Schrauben oder bohren in den Knochen. Es ist auf jeden Fall sehr interessant, auch einmal diese Seite zu erleben.“
Neben der fachlichen Weiterbildung bietet der AO Trauma Kurs den Auszubildenden die Gelegenheit, sich mit erfahrenen Expertinnen und Experten der Traumatologie auszutauschen, Fragen aus dem OP-Alltag zu stellen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Solche Einblicke fördern nicht nur das Verständnis für chirurgische Verfahren, sondern stärken auch die interprofessionelle Zusammenarbeit im Operationssaal.
Der AO Trauma Kurs ist damit ein gelungenes Beispiel für eine moderne und praxisorientierte Ausbildung. Er verbindet wissenschaftlich fundierte Inhalte mit praktischen Übungen und bereitet angehende Operationstechnische Assistentinnen und Operationstechnische Assistenten optimal auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Gleichzeitig leistet er einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit, indem er Fachwissen vertieft, Handlungssicherheit vermittelt und das Verständnis für die Abläufe der Frakturversorgung nachhaltig stärkt.