Neonatologische Hochschulambulanz an der UMM eröffnet
Neue Struktur für die Nachsorge: Die neonatologische Hochschulambulanz der UMM begleitet Früh- und Risikoneugeborene nach dem Klinikaufenthalt.
V.l.n.r.: Frau Elke Bock (Kinderkrankenschwester), Dr. Johanna Vollherbst (Leitung neonatologische Hochschulambulanz), Mila und ihre Eltern, Frau Stefanie Mackens (Bereichsleitung Kinderambulanzen), Prof. Dr. Florian Kipfmüller (Direktor der Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin)
Die neue Hochschulambulanz der Klinik für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Mannheim hat ihren Betrieb aufgenommen. Sie richtet sich an Neugeborene und Säuglinge, die nach schweren Erkrankungen rund um die Geburt eine spezialisierte Nachsorge benötigen.
Eine der ersten Patientinnen der neuen Ambulanz war die kleine Mila. Sie wurde nach ihrer Geburt in einer süddeutschen Klinik aufgrund eines Mekoniumaspirationssyndroms nach Mannheim verlegt. Dabei gelangt das sogenannte Mekonium (Kindspech), der erste Darminhalt eines Neugeborenen, in das Fruchtwasser und kann vom Kind eingeatmet werden. Dies kann zu schweren Atemproblemen und Entzündungen der Lunge führen.In Milas Fall war eine besonders intensive Therapie notwendig. Das Kind musste vier Tage lang mit einer ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) behandelt werden.
Dieses Verfahren übernimmt vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge und gibt dem Körper die Möglichkeit, sich zu erholen. Nach einem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt konnte Mila in gutem Zustand nach Hause entlassen werden.
Heute stellte sie sich zur Nachsorge in der neuen Hochschulambulanz vor. Dabei wurden unter anderem ihr Wachstum, ihre Lungenfunktion und der Zustand ihrer Gefäße nach der ECMO-Therapie überprüft.
Die Neonatologie des Universitätsklinikums Mannheim zählt zu den größten ECMO-Zentren für Neugeborene in Deutschland. Das Team hat bereits mehr als 1.000 Kinder mit ECMO behandelt. Es bietet zudem eine spezialisierte Nachsorge für besonders gefährdete Neugeborene.
Die neue Hochschulambulanz wurde eingerichtet, um Kinder nach schweren Erkrankungen rund um die Geburt auch nach der Entlassung interdisziplinär zu betreuen. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Folgen frühzeitig zu erkennen und die Familien gezielt zu unterstützen.
Zu den Schwerpunkten der Ambulanz gehören unter anderem:
- Nachsorge nach ECMO-Therapie
- Betreuung sehr kleiner Frühgeborener
- Kinder mit angeborener Zwerchfellhernie
- Neugeborene mit anhaltendem Atemunterstützungsbedarf
- Lymphansammlung im Brustkorb (Chylothorax) und sonstige Lymphgefäßfehlbildungen
- Frühgeborene nach sehr frühem vorzeitigem Blasensprung
Darüber hinaus können in der Ambulanz Ultraschalluntersuchungen verschiedener Organe, beispielsweise von Herz, Gehirn oder Nieren, sowie Blutuntersuchungen durchgeführt werden.
Die Hochschulambulanz findet jeden Mittwoch von 8 bis 13 Uhr statt. Am Mittwochnachmittag bietet das Team zusätzlich eine Spezialsprechstunde für Kinder mit Heimbeatmung an.
Mit der neuen Ambulanz erweitert das Universitätsklinikum Mannheim sein Angebot zur spezialisierten Betreuung von Neugeborenen und ihren Familien.