Sie befinden sich hier

Inhalt

Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen

Bei einer Vielzahl an gutartigen Erkrankungen kann durch eine sehr niedrig dosierte Strahlentherapie eine Beschwerdelinderung/Beschwerdefreiheit erreicht werden. Ziel ist eine entzündungshemmende Wirkung bei möglichst geringer Belastung des umliegenden Gewebes.

Entzündliche und degenerative Gelenk- und Weichteilerkrankungen

Die Strahlentherapie kann bei schmerzhaften entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen eingesetzt werden, wenn andere konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam waren.
Durch die gezielte niedrige Dosierung kann eine entzündungshemmende Wirkung erzielt werden, die zu einer Reduktion von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.

Sehnen- und Ansatzreizungen

Bei Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellenbogen oder Insertionstendinitiden kann die Strahlentherapie zur Schmerzlinderung beitragen.
Die Behandlung erfolgt lokal begrenzt und ist darauf ausgerichtet, entzündliche Prozesse im betroffenen Bereich zu reduzieren.

Fibromatöse Erkrankungen

Bei Erkrankungen wie Morbus Dupuytren, Morbus Ledderhose oder Induratio penis plastica kann die Strahlentherapie im frühen Krankheitsstadium eingesetzt werden.
Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Funktion zu erhalten.

Arthrosen an verschiedenen Lokalisationen

Auch bei Arthrosen kann die Strahlentherapie in ausgewählten Fällen zur Linderung von Schmerzen beitragen.
Sie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn andere nicht operative Therapien nicht ausreichend geholfen haben.

Prophylaktische Bestrahlung bei speziellen Fragestellungen

In bestimmten Situationen kann eine Strahlentherapie vorbeugend eingesetzt werden, zum Beispiel zur Prophylaxe heterotoper Ossifikationen vor einer Hüftendoprothesen-Implantation oder zur Vermeidung überschießender Narbenbildung (Keloide).

Ausgewählte gutartige Erkrankungen des zentralen Nervensystems und der Augenhöhle

Bei bestimmten gutartigen Hirntumoren wie Akustikusneurinomen oder bei Gefäßfehlbildungen sowie bei der endokrinen Orbitopathie kann die Strahlentherapie eine schonende Behandlungsoption darstellen. Die Therapie wird individuell geplant und auf die jeweilige Erkrankung abgestimmt.

Ablauf der Strahlentherapie bei gutartigen Erkrankungen

Die Strahlentherapie bei gutartigen Erkrankungen erfolgt mit sehr niedrigen Gesamtdosen und ist in der Regel gut verträglich. Die Behandlung wird individuell geplant und an die jeweilige Indikation angepasst.

Erstgespräch und Indikationsprüfung

Zu Beginn findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem die Beschwerden, Vorbehandlungen und die medizinische Fragestellung besprochen werden. Dabei wird geprüft, ob eine Strahlentherapie in der individuellen Situation sinnvoll ist.

Planung und Vorbereitung

Für die Behandlung wird der betroffene Bereich genau festgelegt. Je nach Lokalisation erfolgt eine einfache Lagerung oder eine gezielte bildgestützte Planung. Ziel ist eine präzise Ausrichtung bei möglichst geringem Aufwand für die Patientin oder den Patienten.

Tägliche Behandlung

Die Bestrahlung erfolgt in mehreren kurzen Sitzungen. Jede Sitzung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Die eingesetzten Dosen sind deutlich niedriger als bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen.

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Durch die niedrige Dosierung treten in der Regel keine oder nur minimale Nebenwirkungen auf. Die Behandlung ist insgesamt sehr gut verträglich.

Verlauf und mögliche Wiederholung

Die Wirkung der Strahlentherapie tritt häufig verzögert ein. Sollte die gewünschte Beschwerdelinderung nicht ausreichend sein, kann die Behandlung nach einem Abstand von etwa sechs bis acht Wochen erneut durchgeführt werden.